Update #10-2022

10. März 2022

Unsere Themenauswahl für diese Woche:

+++ EU Krypto-Regulierungspaket ist Ratifizierung einen Schritt näherEU kippt "Bitcoin-Verbot" +++ CEO des US-amerikanischen Hedgefonds Citadel kündigt Krypto-Engagement an +++ Bitcoin: Zunehmend langfristige Investoren statt kurzfristige Käufer +++

 

EU Krypto-Regulierungspaket ist Ratifizierung einen Schritt näher

Der Rahmen zur Regulierung von Krypto-Assets der Europäischen Union (EU) hat auf seinem Weg zur Ratifizierung einen weiteren Meilenstein erreicht. Vergangenen Montag stimmte der Ausschuss für Wirtschaft und Währung des EU-Parlaments mit 31 zu 4 Stimmen und 23 Enthaltungen für den sogenannten MiCA Entwurf, der die Rahmenbedingungen für Krypto Märkte festlegen soll.

Die Rahmenbedingungen thematisieren in erster Linie Regulierungen bezüglich des Handels von Krypto Assets und zielen darauf ab, Krypto Unternehmen länderübergreifendes Agieren in Europa zu erleichtern. Außerdem befasst sich der Text mit Maßnahmen zur Verhinderung von Geldwäsche, Manipulation und anderen kriminellen Handlungen.

Streitpunkt des MiCA-Berichts war zunächst die Aussparung eines Mindeststandards für ökologische Nachhaltigkeit. Die Abgeordneten der Kommission forderten deshalb einen zusätzlichen Legislativvorschlag, der jegliches Krypto-Asset-Mining in die EU-Taxonomie (ein Klassifizierungssystem für nachhaltige Aktivitäten) aufnimmt, um den CO2-Fußabdruck von Kryptowährungen kontrolliert zu verringern.

Europaabgeordneter Stefan Berger sieht die Annahme des MiCA-Berichts als entscheidenden Schritt für eine innovationsfreundliche Krypto-Regulierung, welche das Potential hat, weltweite Maßstäbe zu setzen.

 

CEO des US-amerikanischen Hedgefonds Citadel kündigt Krypto-Engagement an

Der Milliardär und Hedgefonds-Gründer Ken Griffin revidiert seine Anti-Krypto-Haltung und gibt an, dass er bei diesem Thema nicht richtig lag. Griffin hatte zuvor Kryptowährungen als „dschihadistischen Aufruf“ gegen den Dollar betitelt. Nun änderte er jedoch seine Meinung und gab gegenüber dem Medienunternehmen Bloomberg bekannt, dass er dezentralen Assets weitaus mehr Wert zuschreiben muss:

"Kryptowährungen waren in den letzten 15 Jahren eine der grossen Erfolgsgeschichten in der Finanzwelt."
https://www.bloomberg.com

Laut Bloomberg sagte der CEO, dass er aufgrund der hohen Marktkapitalisierung von circa 2 Billionen US-Dollar in Erwägung ziehe, aktiver Market Maker im Krypto Markt zu werden. Ein Market Maker sorgt für ständige Liquidität an Finanzmärkten, indem er immer zu einem Kurs kaufen oder verkaufen würde. Das Finanzdienstleistungsunternehmen Citadel würde dann als Kontrahent für Kauf- und Verkaufsorders zur Verfügung stehen. Ken Griffin fügte außerdem hinzu, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass das Finanzdienstleistungsunternehmen Citadel sich in den kommenden Monaten verstärkt mit digitalen Assets beschäftigen würde.

Damit ist er nicht der einzige namhafte Investor, der seine Abneigung gegenüber Krypto revidiert. Zuletzt hatte auch der ehemalige Börsenmakler Jordan Belford bekannt gegeben, dass er Krypto nicht mehr nur als einen Hype sehen würde, sondern einen zunehmenden Wertanstieg des Bitcoins vermute.

 

Bitcoin: Zunehmend langfristige Investoren statt kurzfristige Käufer

Nach Einschätzungen des Analyseunternehmens Glassnode ist, obwohl in der vergangenen Woche ein erhöhter Verkauf der langfristigen Coins zu verzeichnen war, das Halten von Bitcoin zunehmend die bevorzugte Strategie von Investoren.

 

 

Quelle: https://insights.glassnode.com/follow-the-smart-money/

 

Glassnode definiert Benutzer, die einen Coin neu kaufen umgehend als kurzfristige Inhaber. Sobald dieser mehr als 155 Tage inaktiv bleibt, ändert sich der Status von einer kurzfristigen zu einer langfristigen Investition. Ein Coin, welcher von einem langfristigen Halter verkauft und von einem neuen Individuum gekauft wird, ist dann erneut als kurzfristige Investition zu bezeichnen.

 

 

Quelle: https://coin3.net/short-term-bitcoin-buyers-transition-to-long-term-holders-glassnode/

Wie in der Grafik zu sehen ist, sinkt die Anzahl der Short-Term Holder (STH), was allerdings nicht auf mehr Verkäufe zurückzuführen ist. Glassnode zufolge basiert der derzeitige Rückgang von Short-Term Holdern auf der Tatsache, dass große Teile des Bitcoinangebots einfach in ihren Wallets ruhen und damit als Langzeitinvestitionen kategorisiert werden.
Laut dem Blockchain Analyseunternehmen sollen die ungewissen makroökonomischen Ereignisse Investoren mit einem kurzfristigen Investmenthorizont aus ihren Positionen gerissen haben. Aber weiterhin ruhen mehr als 75% des sich im Umlauf befindlichen Bitcoin Angebots seit mindestens sechs Monaten, was darauf hinweist, dass der Großteil der Investoren auch weiterhin an ihrer langfristigen Strategie festhalten.